Max auf der schwankenden Seilbrücke in luftiger Höhe | © Isabell Karl

Zwei Tage Bettelwurf-Klettersteige

Tag 1: Absamer Klettersteig zur Bettelwurfhütte mit zwei Labradoren und einem Dackel

Am Freitag, den 10. Juli ging´s los vom Parkplatz in Absam zur Bettelwurfhütte. Klettersteigtour mit Tanja. Am Start: Andreas, Max, Franz, Dierk und Isi. Bei Sonne und 22 Grad um 9 Uhr morgens wanderten wir die ersten 300 hm Asphaltstraße hinauf und querten ein Schotterfeld zum Einstieg in den Absamer Klettersteig (C) mit seinen 600 hm auf 1300 Metern Seillänge. Er hat sich auch in etwa so lange angefühlt, wie er klingt, und war durchaus kraftig.

Eine Seilbrücke ließ sich netterweise unterhalb umgehen. Nachdem wir Tanja zugesehen hatten, wie sie in den lockeren Seilen mehr waagrecht als senkrecht unterwegs war, wagten sich nur noch Max und Dierk hinterher. Den Klettersteig erfolgreich gemeistert, erschlug uns zur Belohnung die Latschensauna, in der wir nun landeten. Der Anblick der Hütte - und bei der ein oder anderen der Gedanke an Kaiserschmarrn - halfen, die letzten Höhenmeter zu überwinden.

Zur Belohnung gab´s erst mal Kaffee und Kuchen, der Kaiserschmarrn wurde aus taktischen Gründen verschoben. Zur folgenden Dehnsession adoptierten wir auf Antrag noch ein Mitglied vom DAV Coburg, dem auch alles wehtat. Das Abendessen wurde aus der Küche mit "heut gibt‘s a Rehragout, a Rehragout" eingeläutet. Zum "Leidwesen" von Max und Isi gab´s von allem Nachschlag, solange der Vorrat reicht. Hat schon mal jemand von diesem Gendefekt bei einigen Labradoren gehört, der das Sättigungsgefühl ausschaltet? Der durch die Hütte stromernde Hüttendackel war ähnlich veranlagt, taktisch lang gewachsen, mit kurzen Beinen, und damit extremer Bodennähe zum besseren Aufsaugen von allem Essbaren, das herunterfiel.

Tag 2: Ein Schritt – ein Höhenmeter

Weiter ging‘s zum Kleinen und Großen Bettelwurf: von der Hütte steil nach oben an der grasig-schottrigen Bergkante entlang - direkter geht nicht. Immerhin war‘s noch schön kühl. Die über uns grasenden Gamsen waren Besuch gewöhnt und ließen sich nicht sonderlich von uns stören.

Der Klettersteig zum Kleinen und weiter zum Großen Bettelwurf war zum Teil seilversichert, an anderen Stellen frei zu gehen und wies einen alpineren Charakter auf als der Absamer Klettersteig. Trotz zweier C/D Stellen fühlte sich die heutige Klettersteigrunde gemütlicher an. Bis zum Gipfel des großen Bettelwurfs waren wir alleine im Steig. Auch gestern hatten wir Glück und teilten den Klettersteig mit nur zwei weiteren Bergnarrischen. Vom großen Bettelwurf hatten wir einen super Rundumblick rüber zum höchsten Berg des Karwendels, der Birkkarspitze, runter nach Innsbruck und weiter zum Habicht, einem Gipfel der letztjährigen Klettersteigtour. Auch der Normalweg zurück zur Hütte war in großen Teilen seilversichert. Hier erneut angekommen gab‘s - zumindest für Tanja, Andi und Isi - endlich - ein Riesenpfanderl Kaiserschmarrn. Bester Hüttenschmarrn seit langem. Den haben wir auch gebraucht, um die verbleibenden 1300 hm runter nach Absam zu bewältigen.

In den Latschen wären wir erneut fast verglüht und der steinige Weg verlangte uns noch einiges an Konzentration ab, bevor wir ein riesiges Schuttfeld erreichten, dass wir - zumindest zum Teil - mit einem breiten Grinsen im Gesicht abfahren konnten. Zum Parkplatz war´s dann auch nicht mehr so weit. Schließlich kamen wir erschöpft, aber glücklich wieder an den Autos an und konnten zurück schauen auf den von hier aus unendlich weit weg und unnahbar wirkenden Großen Bettelwurf und seine darunter liegende Hütte. Liebe Tanja, vielen Dank für die super Tourenplanung und eine bombastische Tour!