© Isabell Karl

Klettersteige in den Lienzer Dolomiten

Text: Isabell Karl

02.08.2026

Vom 1. bis 4. Juli durften wir, Helga, Dierk, Wolfgang, Josef und Isi mit Tourenleiterin Tanja in die Lienzer Dolomiten auf Klettersteigtour. Unser Basislager für die nächsten Tage wurde die Karlsbader Hütte. Diese liegt direkt am Laserzsee, eingebettet in einen felsigen Kessel.

Vom Parkplatz an der Dolomitenhütte wanderten wir gemütlich erst auf Forstweg, dann auf einem Steig durch den Wald nach oben, weiter über Almwiesen, vorbei an grasenden Schafen zu unserer Unterkunft für die nächsten drei Nächte. Wir erreichten die Karlsbader Hütte pünktlich zu Topfenstrudel und Cappuccino und hatten noch Zeit für einen Erkundungsspaziergang, bevor wir vor dem einsetzenden Regen in unsere Lager flüchteten.

Am nächsten Morgen ging es bei einem Sonne-Wolken-Mix los zum Panoramaklettersteig (überwiegend B, einige B/C und eine C/D Stelle). Unter anfeuernden Pfiffen der einheimischen Murmeltiere stiegen wir Richtung Norden bis unterhalb des Roten Turms über kleine Serpentinen auf. Von hier und folgend entlang der Bergkette nach Osten hatten wir einen traumhaften Blick zurück auf unsere Hütte, den dahinter liegenden Laserzsee und natürlich die umliegenden Berge. Ein Stück unterhalb des Laserzkopf legten wir nun unsere Klettersteigausrüstung an und kraxelten drauf los. Der Steig wurde seinem Namen mehr als gerecht und führte uns im Wechsel rauf und runter über die Gipfel der Bergkette, bis wir an der großen Sandspitze nach einer Gipfelrast den Abstieg zurück zur Hütte begannen. Den Tag schlossen wir später auf der Terrasse der Hütte mit einem traumhaften Sonnenuntergang ab.

Den vorhergesagten 5 % Regenwahrscheinlichkeit am Folgetag wollten wir nicht so ganz trauen, zogen doch dunkle Wolken über der von Hüttenwirt Stefan als Wetterseite definierten Bergkette vorbei. Heute stand der Laserz-Klettersteig auf dem Programm. Maximale Schwierigkeit C/D. Mit Seilbrücke und 380 hm gerade nach oben. Zum Glück täuschte der Nieselregen nur kurz an und wir konnten trocken in den Steig. Auch dieser Klettersteig war einfach nur zum Genießen. Auf die schweren Strecken folgte immer ein Abschnitt zum Durchatmen und auch die wenigen C/D Stellen wurden durch die Teilnehmer gut bewältigt. Oben angekommen ging es bei sich durchsetzender Sonne weiter auf die Laserzwand zur Mittagspause. Vor dem Rückweg zur Hütte stiegen wir in kurzer Kletterei noch eben auf die Schöttnerspitze. An der heutigen Nachmittags-Dehnsession nahmen dann auch mal fast alle von uns teil, die einen auf der Terrasse, die anderen auf bequemerer Unterlage und einer im Schlaf.

Ja und wie‘s so ist, wenn‘s schee is, viel zu schnell war der letzte Bergtag da. Das Frühstück wurde um einen spontanen Geburtstagstopfenstrudel mit Kerzen und Luftballons erweitert, dann ging‘s bei Sonnenschein zum Madonnenklettersteig auf die große und kleine Gamswiesenspitze. Vorbei an Felsen mit eingebohrten Sportkletterrouten stiegen wir zum Kerschbaumer Törl auf. Während wir an den Vortagen bis auf 1 - 2 andere Klettersteigler alleine gewesen waren, gesellte sich jetzt am Samstag doch die ein oder andere Gruppe zu uns in den Steig. Auf einem Gipfeln erwartete uns zudem eine Seilschaft, welche über eine der zahlreichen Mehrseillängen aufgestiegen war. Der Madonnenklettersteig (B/C, 2 C Stellen) gewährte uns einen schönen Blick auf die Routen der vorangegangenen Tage und bot nochmal eine schöne Abwechslung zu diesen. So ging es zunächst stetig aufwärts, weiter über eine Hängebrücke, hoch zur Felsenmadonna und schließlich über eine Wiese zum ersten Gipfelkreuz der großen Gamswiesenspitze. Jetzt folgte ein kurzer Abstieg, bevor es wieder an den Fels und nach oben ging.

Kurz darauf fanden wir uns auf einer großen Platte wieder, über die wir mit Hilfe des Klettersteigseils nach oben kraxelten. Vom Gipfel der kleinen Gamswiesenspitze durften wir noch ein Stück abklettern, bevor es über einen Schotterweg wieder zum Törl ging. Zurück an der Hütte stärkten wir uns dann auf der sonnigen Terrasse bevor wir uns zusammen auf den Rückweg zum Parkplatz machten und die Heimreise antraten. Liebe Tanja, vielen Dank für eine tolle Tour! Wir freuen uns schon auf‘s nächste Mal.