© DAV Wolfratshausen

Eine Tschirgantische Überschreitung

Text: Gün­ter Fi­scher Fo­tos: Im­ma Din­kel

26.08.2017

Mit der DAV-Sek­ti­on Wolfrats­hau­sen auf ei­ne tol­le Aus­sichts­war­te hoch über dem In­n­tal – den Tschir­gant (2.370 m)

Sonn­tag, den 13.8. tref­fen sich 8 mehr oder we­ni­ger aus­ge­schla­fe­ne Tou­ren­teil­neh­me­rin­nen und -neh­mer in Wolfrats­hau­sen zu­sam­men mit der DAV Tou­ren­lei­te­rin An­net­te Gru­ber zur Ab­fahrt mit dem Sek­ti­ons­bus. Nach knapp 2 Stun­den Fahrt ist der Park­platz Kar­rös­ten bei Imst er­reicht, der Aus­gangs­punkt der heu­ti­gen Berg­tour.

Un­ser Ziel ist der Tschir­gant, ein mar­kan­ter Gip­fel, der vom In­n­tal aus von wei­tem sicht­bar ist, weil er weit vor­ge­la­gert ist. Die­se wun­der­schö­ne Fels­py­ra­mi­de ken­nen wir al­le von der In­n­tal­au­to­bahn aus, nun wol­len wir ein­mal von oben run­ter gu­cken.

Lan­ge Zeit ver­läuft der Weg re­la­tiv flach über Forst­we­ge und Wald­pfa­de. Be­reits beim Auf­stieg ge­nie­ßen wir die schö­ne Aus­sicht nach. Die Tem­pe­ra­tu­ren sind an­ge­nehm kühl, und zu An­fang be­fin­den wir uns fast nur im Schat­ten. Op­ti­mal!

Erst spä­ter steilt sich der Weg auf und wird an­spruchs­vol­ler, so dass sich der/die ei­ne oder an­de­re dann an der herr­lich ge­le­ge­nen Berg­wacht­hüt­te ger­ne mit ei­ner Co­la sei­ne/ih­re Ener­gie­spei­cher auf­füllt und so et­was wie Do­ping be­treibt. Ja, da hat sich die Berg­wacht Kar­rös­ten einen sehr schö­nen Fleck aus­ge­sucht, um dort ihr Hä­us­chen zu bau­en und mü­de Wan­de­rer mit Ge­trän­ken ver­sor­gen zu kön­nen.

Durch die­se schö­ne Pau­se ge­stärkt, bre­chen wir schließ­lich zum Gip­fel­sturm auf. Nein, so stür­misch wird es dann doch nicht, denn vor­sich­tig gilt es, im leich­ten Kra­xel­ge­län­de sei­ne Trit­te zu set­zen und gu­te Grif­fe zu fin­den. Autsch, die­ser Fels war scharf­kan­tig und hat bei ei­ner Teil­neh­me­rin ei­ne blu­ten­de Wun­de am Schi­en­bein hin­ter­las­sen. Schmerz­haft, aber nicht wei­ter schlimm. Nach ei­ner kur­z­en Ver­let­zungs­un­ter­bre­chung geht es mit ei­nem klei­nen Ver­band pro­blem­los wei­ter.

End­lich sind wir am Gip­fel­kreuz – nein, zu früh ge­freut, wir sind erst am Kar­rös­ter Kreuz, es ist noch ein klei­nes Stück wei­ter bis zum Haupt­gip­fel, den wir dann nach mehr als vier Stun­den er­rei­chen. Die Aus­sicht ist um­wer­fend: Das In­n­tal, die Lech­ta­ler Al­pen, die Mie­min­ger Ket­te, die Ötz­ta­ler Al­pen. Die wei­te Fahrt und der lan­ge Auf­stieg ha­ben sich ge­lohnt. Und wer­den mit sehr viel Son­ne be­lohnt. Lei­der sind die höchs­ten Gip­fel am Al­pen­haupt­kamm und an­ders­wo in Wol­ken gehüllt, ob­wohl die Sicht sonst sehr klar ist. So­gar ei­ne Stüt­ze der Ti­ro­ler Zug­spitz­bahn kann man mit bloßem Au­ge er­ken­nen.

Nach der ver­di­en­ten Gip­fel­rast geht dann die ge­nuss­rei­che Über­schrei­tung des Tschir­gant wei­ter, bis wir an einen Sat­tel ge­lan­gen. Dort bie­gen wir in Rich­tung der Kar­rös­ter Alm ab, wo wir bei Weiß­bier, Jo­han­nis­schor­le und Cappuc­ci­no ein letz­tes Mal Rast ein­le­gen. Beim Ab­stieg zum Park­platz freu­en wir uns über den wun­der­schö­nen Tou­ren­tag und auch gleich auf die nächs­te Tour mit dem DAV Wolfrats­hau­sen in die­ser Ge­gend, am 3. Ok­to­ber auf den Lo­re­a­kopf.

Fa­zit: Es war ein wun­der­schö­ner Berg­tag, bei dem auch das Mit­ein­an­der nicht zu kurz kam. Vie­len Dank an un­se­re kom­pe­ten­te, um­sich­ti­ge Lei­te­rin An­net­te!

Ciao Tschir­gant. Wir kom­men wie­der.