SEKTIONSCHRONIK 1908 bis 2009

1. Vorsitzende seit der Gründung

Littig

Luttich2

Schwankl

Hesselbarth

BarthValentin1

Lippec

Zintl2

1908-1909

1938-1945

1960-1966

1950-1958

1966-1980

1980-1995

1995-2007

seit 2007

Dr. Albert Littig

Franz Lüttich

Georg Schwankl

H. Hesselbarth

Valentin Barth

Roland Lippeck

Günther Zintl

Chronik

Unser 100jähriges Gründungsfest gibt uns Anlaß, Rückschau zu halten auf die Leistungen der Sektion und die Mitglieder in der folgenden Chronik zu erwähnen, die sich in besonderem Maße um unsere Sektion verdient gemacht ha­ben. Ihre ehrenamtliche und uneigennützige Tätigkeit und Mühe hat die Sektion zu dem gemacht, was sie heute ist. Fast sämtliche Angaben sind den Protokollbüchern entnommen, in denen Eintragungen während des ersten und zweiten Weltkrieges nahezu vollständig fehlen. Einige Ereignisse der Vereinsgeschichte stammen aus der Erinnerung älterer Mitglieder. Jahre bleiben unerwähnt, in denen es von keinen großen Veränderungen zu berichten gibt.

Schon in den 90er Jahren des 19. Jh. trug sich Rechtsanwalt Albert Littig mit dem Gedanken einer Alpenvereins-Sektionsgründung. „Aber leider waren seine Bemühungen vergebens; die Freunde der alpinen Sache waren hier noch zu dürftig vertreten“!. Im Jahre 1903 hatte Polizeidiener Heinrich Krönauer eine Versammlung im Haderbräu einberufen, aber wieder kam keine Gründung zustande.

 

1908

Die erste Eintragung ins Protokollbuch nennt den 16. Dezember 1908 als den „eigentlichen Gründungstag der hiesigen Alpenvereins-Sektion“, zu dem sich 9 Bergbegeisterte im Gast­hof Haderbräu in Wolfratshausen zusammenfanden. Sie bildeten einen vorläufigen Ausschuß und wählten als 1. Vorsitzenden Rechts­anwalt Dr. Albert Littig, als 2. Vorsitzenden und zugleich Schriftführer den Polizeidiener Krönauer und als Kassier den Buchdruckereibesitzer Georg Schwankl. Als Beisitzer wurden Metzgermeister Josef Grader und Obermüller Alois Huber bestimmt.

 

1909

Am 3. Januar wurde in einer Versammlung im Haderbräu die definitive Vereinsgründung beschlossen und im Vereinsregister eingetragen. Der gewählte Vorstand bestand aus den Herren des vorläufigen Ausschusses. Der jährliche Sektionbeitrag wurde auf 4 Mark festgelegt und Vereinslokal sollte der Gasthof Haderbräu sein. Drei Tage später fand die erste Sektionstour mit 7 Mitgliedern auf Zwiesel und Blomberg statt. Das erste Vereinsjahr brachte an weiteren Veranstaltungen: Vortrag über Bergtouren, Faschingsveranstaltungen, Familienveranstaltung mit Musik, Rodelsport. Bei der ersten Generalversammlung im November legte der 1. Vorsitzende aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Sein Nachfolger wird Assesor Schmidt.

 

1910

Regierungsrat a.D. Adalbert Hepp wird bei der Hauptversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Jahresbeitrag wird um 1 Mark reduziert.

 

1911

Die Suche nach einem Arbeitsgebiet der Sektion fällt auf den Schafreiter. Wegen verschiedener Schwierigkeiten wird aber davon abgesehen und als Ersatz das Schöttlkargebiet vorgeschlagen. Im gleichen Jahr Beitritt zum Verein Natur­schutzpark.

 

1913

Die Sektion tritt dem Isartalverein bei. Die Hauptversammlung wählt den Mühlenbesitzer Alois Huber, den späteren Erbauer der Wolfratshauser Hütte, zum 1. Vorsitzenden.

 

1914

Protokollbuch ohne Eintragung zwischen 1914/18.

 

1919

Erste Tourenführer der Sektion: Herr Hüfftlein und Fritz Huber als Hochtourenführer.

 

1920

Das Schöttlkargebiet schied als Arbeitsgebiet aus. Aufgrund einer anderen sich ergebenden Möglichkeit im Grubigsteingebiet fand von einigen Mitgliedern eine Erkundungsreise auf Skiern zum Grubigstein statt. Das Bürgermeisteramt Lermoos gab seine Einwilligung zur Bearbeitung dieses Gebietes mit der Auflage, eine Unter­kunftshütte zu errichten. Der Kostenvoranschlag des Baumeisters Lanzinger beläuft sich auf 25.000 Mark. Die Finanzierung soll durch den Verkauf von Anteilscheinen erfolgen.

 

1921

Kauf des Grundstückes von 11/2 Tagwerk für 3.000 Kronen, mit Zuschuß vom D.u.Ö.A.V. Die Hütte am Grubigstein wurde am 1./2. Oktober eingeweiht. Gesamtkosten: 70.000 Mark. Der Steig zur Wolfratshauser Hütte wird nach dem Förderer "Engelbert-Jäger-Steig" genannt.

 

1922

Die Hauptversammlung beschloß eine Satzungsänderung: Der Vorstand setzt sich aus 9 Mitgliedern zusammen. Ab 1. 4. wird die Hütte von Karl Rieder, Lermoos, bewirtschaftet. Sie ist vom 15. 5. bis 15. 10. geöffnet. Der Winterraum wird ausgebaut und kostet 400.000 Mark; es werden Anteilscheine für 350.000 Mark ausgegeben.

 

1923

Die Inflationszeit zwingt zu folgender Festlegung während einer Ausschußsitzung: Aufnahmegebühr: Gegenwert von einem halben Liter Bier. Übernachtung auf der Hütte für Mitglieder 1 Liter Bier, für Nichtmitglieder 4 Liter Bier.

 

1924

Die Wolfratshauser Hütte wird mit 15.000 Goldkronen versichert. Ein Faschingsball mit der Sängerzunft im Bernriederhof schreibt schwarze Kleidung und Ballkleider vor. Dirndl und Bund­hosen sind "strengstens verboten". Die Sektion veranstaltet eine Sonnwendfeier.

1929

Am 5. März wird gültig die Jugendgruppe gegründet, der 2. Vorsitzende, Herr Lüttich, wird zum Leiter ernannt.

 

1930

An unserer Hütte wird ein Stall für zwei Kühe angebaut. Als erster geprüfter Skilehrer der Sektion hält H. Lüttich einen Skikurs während der Weihnachtsfeiertage ab.

 

1932

Trotz der wirtschaftlichen Notlage werden zahlreiche Veranstaltungen, Sommer wie Winter, durchgeführt, was beweist, dass die alpine Sache weiter ihre Anhänger hat.

 

1933

Reisen nach Österreich zur Hütte sind seit der im Juni in Kraft getretenen Ausreisesperre kaum mehr möglich. Zum 31. Dezember werden die Jugendgruppen aufgelöst, da sie sonst in die HJ eingegliedert werden sollen.

 

1934

Die Sektion feiert ihr 25-jähriges Gründungsfest.

 

1936

Franz Lüttich erwirbt das Lehrwartsabzeichen für Winterhochtouristik. Die Hütte ist nicht bewirtschaftet, nur mit Schlüssel für Mitglieder zugänglich. Reisen nach Österreich unterliegen einer Devisenbeschränkung.

 

1937

Jungbergsteiger Georg Boscher verunglückt tödlich beim Klettern in der Gartnerwand.

Durch die mehrjährige Schließung und Nichtbeaufsichtigung der Hütte sind umfangreiche Instandsetzungsarbeiten notwendig, um die Hütte wieder bewohnbar zu machen.

 

1938

Die JHV wählt Oberinspektor Franz Lüttich zum 1. Vorsitzenden. Hüttenwirt ist Eckehard Steiner.

 

1945

Auflösung der Sektion durch die Alliierten.

 

1947

Nachdem durch Beschluß der Militärregierung nach Kriegsende alle Vereine aufgelöst sind, wurde eine Wiedergründungsversammlung einberufen. Die Sektionsmitglieder konnten die Seekaralm benützen, da der eigenen Wolfratshauser Hütte die gesamte Einrichtung, einschließlich Fenster und Türen fehlte. Sie linderte wohl die größte Not der obdachlosen Einwohner von Obergarten, deren Ortschaft 1945 von den amerikanischen Truppen zerstört wurde.

 

1950

Georg Schwankl jun. übernimmt den Vereinsvorsitz. Die Seekar-Alm wird von der Sektion gepachtet. Die Wolfratshauser Hütte ist wegen der andauernden Grenzsperre noch immer nicht zu erreichen. Nur auf langfristigen Antrag hin besteht die Möglichkeit, für 2 bis 3 Personen einen Grenzübertritt zu erwirken.

 

1951

Eine Besichtigung der Wolfratshauser Hütte ergibt, dass sie inzwischen in einem beklagenswerten Zustand ist. Dringende Reparaturen an Dach, Kamin usw. sind erforderlich, insbesondere sind alle Fenster und Türen neu einzusetzen, um den weiteren Verfall abzuwenden.

 

1952

Sektionsabend wird künftig am 1. Mittwoch jeden Monats im Haderbräu abgehalten.

 

1953

Instandsetzung der Hütte im Herbst, Aufwand 1.000 DM, fast das gesamte Vereinsvermögen. Neuer Hüttenpächter Otto Zoller aus Füssen.

 

1954

Für die Hütte werden Matratzen gekauft als Er­satz für die "unerquicklichen, mit Heu gefüllten Strohsäcke". Die Hütte bleibt in der Treuhandschaft des ÖAV.

 

1956

Die Alpenvereinshütten in Österreich – darunter auch unsere Hütte – werden am 1. Juli den früheren Eigentümern ohne Einschränkung übergeben.

 

1957

Peter Leistner gründet mit 15 Mitgliedern die Jungmannschaft.

 

1958

Albert Fink löst den bisherigen 1. Vorsitzenden Georg Schwankl jun. ab. Zur bevorstehenden 50-Jahrfeier der Sektion sollen eine Festversammlung in der Wolfratshauser Turnhalle und ein Sektionsausflug zur Hütte stattfinden.

 

1959

Die Besucher auf der Hütte verdreifachten sich in den letzten zwei Jahren. Die HV berät den Hüttenausbau: Erweiterung der Küche, Verbesserung der Sanitäranlagen und der Wasserversorgung. Kostenvoranschlag: 16.000 DM.

 

1960

Der geplante Hüttenausbau ist bis zum Spätherbst durchgeführt. Franz Lüttich tritt ab November zum zweiten Mal an die Spitze der Sektion.

 

1961

Die Hüttenerweiterung ist abgeschlossen. Gesamtkosten: 20.000 DM. Einweihung am 15./16. Juli des durch den Umbau gewonnenen Raumes, verbunden mit einer nachträglichen Feier zum 50-jährigen Bestehen der Sektion. Die Mitgliederzahl erreicht zum Jahresende die Zahl 300.

 

1962

Die JHV genehmigt den Bau eines Materialliftes im kommenden Jahr.

 

1963

Kostenvoranschlag der Firma Pertl, Innsbruck, für den Materiallift: 20.000 DM. Der DAV-Hauptverein stellt eine Beihilfe und ein Darlehen in Aussicht.

 

1965

Hüttenwirt Zoller ließ Gaslicht in die Hütte legen. Ernst Kirmeier wurde als Hüttenwart eingesetzt.

 

1966

Ein Telefon für die Materialseilbahn wurde installiert. Hüttenwirt Zoller verläßt am 15. Oktober die Hütte. Nur der Winterraum ist mit AV-Schlüssel zu­gänglich. Die JHV wählt im November Heinz Hesselbarth zum 1. Vorsitzenden.

 

1967

Die neuen Hüttenpächter, Alfred und Heidi Bader, ziehen im Februar auf. Ein Vertrag ohne Pacht wird auf ein Jahr abgeschlossen und eine Materialseilbahngebühr von monatlich 10 DM erhoben. Mehrere Ausschußsitzungen befassen sich mit dem Ausbau der Wohnung für die Pächter auf der Hütte. Für 30.000 DM sollen zwei Kammern als Wohnung ausgebaut werden.

 

1968

Am 22. Juni ist die erste Sonnwendfeier auf der Wolfratshauser Hütte.

In einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde die "großen Lösung", Durchführung Baumeister Josef Gabriel, der 10.000 DM spendet, beschlossen. Dadurch werden angemessener Wohnraum für die Wirtsleute, zusätzlich Schlafräume und ein Gastraum gewonnen. Geplante Bausumme: 80.000 DM. Mit dem ersten Bauabschnitt wurde sofort begonnen; Richtfest des Erweitungsbaues war am 6. Oktober.

 

1969

Monatlicher Sektionsabend ab Juni am ersten Mittwoch im Gasthof "Alte Post". Bis zum Herbst intensive Bautätigkeit am zweiten Bauabschnitt auf der Hütte: 2000 Arbeitsstunden durch freiwillige Helfer der Sektion geleistet. Starke Aktivitäten in den Wintermonaten: Erste-Hilfe-Kurs für Skifahrer, Skitouren.

 

1970

Anfang des Jahres wurde eine Jugendgruppe gegründet. Nach dreijähriger Bauzeit wurde der Erweiterungsbau der Wolfratshauser Hütte eingeweiht.

 

1971

Gründung der Ortsgruppe Otterfing unter Leitung von Hans Schaal mit 46 Mitgliedern und eigenem Programm. Neben der Hütte wurden Wasserreserve, Pumpanlage und Fassung der eigenen Quelle fertiggestellt. Die Bergmesse soll nun alljährlich zum Ende des Bergsteigerjahrs auf der Wolfratshauser Hütte abgehalten werden.

1972

Der DAV führt neue Kategorien ein: "Junioren" (18 – 25 Jahre), "Jugendbergsteiger" (10 – 18 Jahre) und "Kinder" (bis 10 Jahre). Zur Elektrifizierung der Hütte wird der Aggregat-Anbau begonnen.

Die JHV beschließt einstimmig die von der Satzungskommission erarbeitete neue Satzung. Der Vorstand besteht nun aus 5 gewählten Mitgliedern, der Beirat aus 9 bestellten Referenten mit fest umrissenen Sachgebieten oder Gruppen, sowie 2 Kassenrevisoren.

 

1973

Die erste (jährlich) stattfindende Ski-Vereinsmeisterschaften findet in der Jachenau statt.

Georg Bauer aus Königsdorf, Mitglied der Jungmannschaft und Skilehrwart, stürzt am 17. August im Alter von 25 Jahren bei einer Klettertour im Wilden Kaiser tödlich ab.

 

1974

Ein kleines Aggregat (Hilfsaggregat mit 5 KW) wird installiert und in Betrieb genommen. Nach der Hüttenerweiterung steigen Mitgliederzahl, Touren und Veranstaltungen ständig weiter an.

 

1975

Im Dezember neuer Hüttenpächter: Waltraud und Bruno Ladner aus See im Paznauntal.

1976

Die Sektion trauert um ihren am 17. April im Alter von 84 Jahren verstorbenen Ehrenvorsitzenden Franz Lüttich.

Einweihung des von Hans Hauptenbuchner gepachteten Jugendraumes, den die Sektionsjugend in eigener Arbeitsleitung hergerichtet hat.

 

1977

Über die Nutzung der Grubigquelle 160 Höhenmeter unterhalb der Hütte wurde ein Vertrag mit der Agrargenossenschaft geschlossen. Die Mitgliederzahl stieg in diesem Jahr um 100 auf 1026 und überschritt damit die 1000er Marke.

 

1978

Der Sektionsabend findet künftig am ersten Dienstag jeden Monats statt. Eine Skitouren-Schulung wird durchgeführt.

Die Bauarbeiten an der Abwasserversorgung auf der Hütte erforderten einen Hubschraubereinsatz. Pumpenhaus, sowie Wasserleitung zur Hütte, Klär- und Versitzgruben wurden erstellt, Einbau eines Widders an der Wasserversorgung und Um­stellung der Toiletten auf Wasserspülung. Die Bausumme von 80.000 DM wird aus Hütteneinnahmen und zweckgebundenen Geldern finanziert.

Erster der seither beliebten Volkstanzabende findet im Oktober im Pfarrheim Wolfratshausen statt.

 

1980

Ab ersten Dienstag im Oktober werden die Sektionsabende im Vereinsraum der Loisachhalle abgehalten. Auch die Sektionsjugend wechselt hierher. Der 1. Vorsitzende Heinz Hesselbarth tritt aus Altersgründen nach 14 Jahren Amtszeit zurück und wird einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Valentin Barth tritt an seine Stelle.

 

1981

Die Ortsgruppe Otterfing trennt sich zum 1. Januar und gründet eine eigene Sektion mit 205 Mitgliedern.

Es fanden Kletter- und Eiskurse statt. Thomas Strobl und Gerhard Fiedelius gingen auf Alaska-Kundfahrt, mit Erstbesteigungen in den Revelation Mountains und Ski-Überschreitung des Mt. McKinley. Erika Koch wurde zur Bezirks­jugendleiterin des DAV gewählt.

Die JHV beschließt eine Satzungsänderung: Streichung der Ortsgruppe Otterfing und Aufnahme der Jugendleiter in die Beiräte, sowie die vom Hauptverein vorgegebene Änderung zur Erlangung der Gemeinnützigkeit. Zu Ehrenmitgliedern wurden Georg Schwankl und Ernst Kirmeier ernannt. Mitgliederstand: 1033 (nach Austritt der Ortsgruppe Otterfing).

 

1982

Thomas Strobl, Bernd Ritschel und Anton Schlager jun. organisieren eine Bayrisch-Niederländische Andenexpedition.

Für die fast 20 Jahre alte Materialseilbahn wird von der Bezirkshauptmannschaft Reutte eine sofortige Generalüberholung verlangt.

 

1983

Thomas Strobl richtet mit Franz Huber, Thomas Kürschner und Bernd Ritschel eine dritte Expedition aus: Die Jubiläumsexpedition der Sektion zum Satopanth (7075 m) im Garwal-Himal, Indien. Alle Teilnehmer erreichten den Gipfel. Die Bauarbeiten an der Materialseilbahn sind bereits voll im Gange.

Zur 75-Jahr-Feier der Sektion findet am 12. November ein Festabend in der Loisachhalle statt, sowie eine Fotoausstellung im Konferenzraum der Loisachhalle. Die Mitgliederzahl 1.145.

 

1984

Im März jährte sich die Gründung der Jugendgruppe mit 3 Jugend- und einer Jungmannschaftsgruppe zum 55. Mal. Auf der Hütte wurde der ehemalige Winterraum umgebaut; er wird jetzt als Jugendraum genützt. Einige Arbeitseinsätze wegen Gasflaschen­lager und Streichen von Wänden. Die Familie Ladner hat 886 Übernachtungs- und 6700 Tages­gäste versorgt. Die Erneuerung der Materialseilbahn im Vorjahr belastete unseren Etat mit 80 000 DM. Im sportlichen Bereich verbesserte die Skischule unter der Leitung von Hannes Engelmann die Skifahr-Fähigkeiten von etwa 100 Mitgliedern; Ralf Kohlbauer schulte 30 Langlauf-Intressierte. Günther Billmaier führte mehr als 20 Touren und die Hochtourenführer brachten in mehreren Kursen Anfängern und Fortgeschrittenen die notwendige Klettertechnik bei. Daneben gab es wieder einen Winterflohmarkt, organisiert von Ehepaar Beißler und einen Skifahrerball im Pfarrheim. Nach mehr als 20-jähriger Tätigkeit übergab Hannes Engelmann die Tätigkeit als Veranstaltungswart an Georg Kapfer.

 

1985

Bei den alpinistischen Unternehmungen sind insbesondere die Kundfahrt in die Peruanischen Anden zu erwähnen. Daneben fanden eine geologische Wanderung und eine Höhlenexkursion statt. Wintersportwart Schottroff organisierte die 13. Skimeisterschaft, erstmals mit elektronischer Zeitmessung, Vereinsmeister wurden Ursula Mock und Markus Finsterwalder.

Im Alter von 25 Jahren stürzte Werner Kohlbauer, Mitglied der Jungmannschaft, tödlich in den Bergen ab. Der Ehrenvorsitzender Heinz Hesselbarth wird für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Sektion geehrt. Auf unserer Hütte feierte das Ehepaar Ladner sein 10-jähriges Jubiläum.

Die 70. Jahreshauptversammlung verlegte den Zeitpunkt der HV per Satzungsänderung vom Herbst aufs Frühjahr.

 

1986

In diesem Jahr erreichte die Mitgliederzahl der Sektion 1315.

Die Hochtourenführer Thomas Strobl und Markus Pawlowski nahmen an einer Expedition auf den Gasherbrunn II (8.035 m) im Himalaya teil. Bedingt durch widriges Wetter erreichte das Team zusammen mit der Sektion Bayerwald eine Höhe von 7.350 m. Hochtourenführer Thomas Kürschner, Mitglied der Jungmannschaft verunglückte tödlich im Alter von 21 Jahren im Mont Blanc Gebiet.

An der Hütte wurde eine Winterübung mit Verschüttetensuche in der Lawine von der Bergwacht Wolfratshausen und der Sektion durchgeführt. Seit August ist die Hütte an das öffentliche Telefonnetz angeschlossen.

Die Hütte verzeichnete dieses Jahr 800 Übernachtungen und ca. 5000 Tagesgäste.

Bei der Hauptversammlung der Sektion nahm die Diskussion des TOPs "Beitritt des DAV zum Deutschen Sportbund (DSB)" unter Teilnahme des Hauptgeschäftsführers Herr Siegert vom DAV einen breiten Raum ein.

 

1987

Die sektionseigene Skischule feiert ihr 20jähriges Bestehen.

Neben einer Vielzahl von Bergtouren wurde u.a. ein Schnupperkurs im Gleitschirmfliegen durchgeführt, sowie eine Notfallübung am Grubigstein mit Biwak im Winter. Ferner führte die Sektion zusammen mit dem Forstamt Schliersee eine Pflanzaktion im Spitzinggebiet durch. Naturschutzreferent Wolfgang Neuerburg organisierte in der Kreissparkasse WOR die Wanderausstellung „der Bergwald stirbt“. Der DAV gibt sich eine neue Zielsetzung: "Naturschutz statt Naturnutz".

 

1988

Herr Hannes Engelmann trat nach 21 Jahren als Skischulleiter zurück; Nachfolger wird Herr Bernd Hertwig. Tourenwart Günther Billmaier stellt sein Amt nach über 20 Jahren zur Verfügung; Nachfolger wird Günther Sandtner. Die Sektion ehrte Günter Billmaier und Adi Schratzlseer für Ihr besonderes Engagement in 25 Jahren Sektionszugehörigkeit.

Nach über 14 Jahren als Pächter der Hütte haben Waltraud und Bruno Ladner das Pachtverhältnis gekündigt. Als neue Pächter wurde das Ehepaar Werner und Burgl Blaßl verpflichtet.

 

1989:

Die Hauptversammlung diskutierte ein Hüttenkonzept für die nächsten 7 bis 10 Jahre: Verkauf, Stilllegung oder reine Selbstversorger Hütte. Weiterführung der 70 Jahre alten Hütte im bisherigen Stil fand den größten Anklang.

950 Übernachtungen auf der Hütte, Tagesgäste mehr als 5.000.

 

1990:

Die FÜL Günther Sandtner und Werner Schote führten 17 Berg-, 20 Ski- sowie 3 Aus­bil­dungs- und 1 Höhlentour durch. Bei den Skikursen konnten wegen Schneemangel leider nur die Jugend­kurse mit 87 Teilnehmern abgehalten werden. Auf der Hütte installierte Werner Grimmeiß eine Notbeleuchtung (24 V), gespeist von einer Solaranlage auf dem Dach. Die Terrasse vor der Hütte wurde mit einem Kostenaufwand von 43.000 DM saniert.

Nach über zehnjähriger Tätigkeit als Hüttenrefernt stellte sich Karl Heinz Kramer nicht mehr zur Verfügung; sein Amt übernimmt Peter Kiefer. Nach über 6 Jahren als Veranstaltungswart stellt sich Georg Kapfer nicht mehr zur Wahl.

 

1991

Die vielfältigen Aktivitäten der Jugendgruppen erstreckten sich von der Besteigung Schweizer Viertausender bis hin zur Teilnahme an einer Freizeitmesse in der Loisachhalle. Ein Kleinbus für die Kinder- und Jugendgruppen wurde für Berg­touren gemietet. Die Jugend baute den Jugendraum in der Littig-Villa aus.

Das 70jährige Jubiläum unserer Hütte wurde mit dem Lermooser Pfarrer Josef Friedle zelebriert, umrahmt von der Lermooser Musikkapelle. Zum Gedenken an den 1986 tödlich verunglückten Thomas Kürschner wurde von Diakon Hans Gremler ein Marterl unterhalb der Hütte eingeweiht. Auf starke Resonanz gestoßen ist der erstmals abgehaltene Volkstanz auf der Hütte, unter der Leitung von Werner Grimmeiß. Der Fußboden im Gastraum der Hütte wurde, dank einer Spende der Firma Gabriel, vollständig erneuert. Eine UV-Filteranlage zur Entkeimung des Trinkwassers wurde installiert und in Betrieb genommen; Kostenaufwand 10.000 DM.

Aus Umweltgründen wird von der Tiroler Landesregierung eine Planung für einen Abwasserkanal von der Hütte bis zur Mittelstation verlangt: Planungskosten ca. 20.000 DM; geschätzte Baukosten einschließlich der Verlegung eines Elektro-Kabels ca. 900.000 DM. Zuschüsse werden von der Regierung von Österreich und vom Hauptverein erwartet.

Eine anonyme Spende in Höhe von 30.000 DM kommt der Sektion zugute.

 

1992

Die Bezirkshauptmannschaft Reutte und die Gemeinde Lermoos haben den Anschluß der Wolfratshauser Hütte an das Abwassernetz von Lermoos beschlossen.

Im abgelaufenen Jahr ist der DAV dem Deutschen Sportbund beigetreten.

Touren- und Ausbildungsreferent Günther Sandtner stellt sich nach 15jähriger Tätigkeit in der Sektion nicht mehr zur Wiederwahl; Nachfolger wird Werner Schote.

Geehrt wurde Frau Paula Wülleitner, die 25 Jahre in Folge der Vorstandschaft angehört. Da sich Herr Peter Finsterwalder nicht mehr als 2. Vorsitzender zur Verfügung stellte, wurde Herr Roland Lippeck als Nachfolger gewählt.

 

1993

Wegen des Baus der Abwasserleitung führte die Vorstandschaft mehrere Gespräche mit den Behörden in Reutte, Innsbruck, Telfs und mit dem DAV München.

Nach 7 Jahren als Pressereferent in der Sektion stellt sich Ulrich Faust nicht mehr zur Wahl; seine Nachfolgerin wird Frau L. Flocken.

 

1994

Zahlreiche Mitglieder der Jugendgruppen beteiligen sich am „Eine Stadt macht sauber“. Unter Touren- und Ausbildungsreferent Werner Schote konnten 24 Wanderungen, 12 Hochtouren, 8 Skitouren, 4 Radtouren, 5 Klettertouren und 5 Ausbildungen mit 360 Teilnehmern durchgeführt werden.

Ehrenvorsitzender, Heinz Hesselbarth, stirbt im Alter von 82 Jahren. Für 70 Jahre im DAV wurde Herr Karl Wülleitner geehrt.

 

1995

Nach 15jähriger überaus erfolgreicher Tätigkeit tritt Valentin Barth vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück – mit einem Appell an seine Nachfolger "die Wolfratshauser-Hütte als Vermächtnis unserer Vorfahren weiter zu führen". Einstimmig wird er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als Nachfolger wird Roland Lippeck gewählt. Hüttenreferent Peter Kiefer be­richtet über die von den Behörden immer dringender verlangte Lösung des Abwasserproblems.

 

1996

Die in wesentlichen Teilen überarbeitete Satzung wird mit wenigen Änderungen im Detail beschlossen. Zur Lösung des Abwasserproblems wurde ein eigener Arbeitskreis mit Werner Grimmeiß eingesetzt der erste Informationen zu diesem Großprojekt mitteilen kann. Voraussichtlich muß ein Abwasserkanal errichtet werden. Dies biete aber auch die Mö­glich­keit, ein Stromkabel mitzuverlegen um die permanenten Probleme mit dem Dieselaggregat endgültig zu lösen. Mit Frau Katharina Graf aus Münsing kann das 2.000 Mitglied in der Sektion begrüßt werden.

 

1997

Das Jahr steht ganz im Zeichen der 75-Jahrfeier der Errichtung der Wolfratshauser Hütte. Leider fallen große Teile der geplanten Festivitäten auf der Hütte dem schlechten Wetter (40 cm Neuschnee auf der Hütte) zum Opfer.

Mit großer Mehrheit wird die Mitverlegung eines Stromkabels im Zuge des Abwasserprojektes beschlossen. Die dadurch entstehenden erheblichen Mehrkosten sollen durch freiwillige Spenden aufgefangen werden.

Mit dem Ableben Peter Finsterwalders (ehemals 2. Vorsitzender) verliert die Sektion einen treuen Vereinskameraden.

 

1998

Das Großprojekt Abwasserkanal wird verwirklicht. Neben dem Stromkabel wird auch die Trinkwasserleitung ab der Grubigquelle neu und damit frostsicher mitverlegt. Die Gesamtkosten werden insgesamt mit 662.000 DM veranschlagt. Durch zähe Verhandlungen kann ein großer Teil davon durch Zuschüsse aus Deutschland und Österreich gedeckt werden. Sektionsabende im Vereinsheim in Farchet.

Der vom Vorstand als kleines Dankeschön organisierte Busausflug, für alle ehrenamtlich in der Sektion tätigen Vereins­mitglieder und ihrer Partner, führt für zwei Tage in die Wachau.

 

1999

Die Durchführung des Abwasserprojektes inklusive Stromkabel und neuer Trinkwasserleitung gelingt ohne größere Probleme. Die veranschlagten Kosten werden eingehalten, obwohl die Kooperation mit der Liftgesellschaft für deren geplante Beschneiungsanlage nicht zustande kommt..

Als neue Beitragskategorie wird der Familienbeitrag eingeführt, der die unentgeltliche Mitgliedschaft für Kinder bis zum 18. Jahr ermöglicht.

 

2000

Heftige Unwetter zerstören wesentliche Teile der neuen Kanaltrasse und können zunächst nur notdürftig beseitigt werden, da in Österreich keine alpintauglichen Bagger zu bekommen sind. Die technische Endabnahme, die Abrechnung und damit Auszahlung der restlichen Fördermittel gelingen und zeigen endgültig, dass die Sektion dieses Projekt ohne größere finanzielle Blessuren bewältigen konnte.

 

2001

In Zusammenarbeit mit Gymnasium und Realschule wird durch die Sektionsjugend an einer Außenwand der Schule eine frei zugängliche Kletterwand errichtet, um den vielen Jugendlichen ein erstes Klettererlebnis zu ermöglichen. Der reparaturanfällig gewordene alte Vereinsbus wird durch einen Neukauf ersetzt. Ein erster Internetauftritt, durch die Sektionsjugend gestaltet, wird ins Netz gestellt. Die Sektion organisiert den 4-tägigen Naturschutzreferententag am Spitzingsee in der Albert-Link-Hütte. Bei der fälligen Umrechnung der Mitgliedsbeiträge in EURO beschließt die Haupt­versammlung auf volle EURO zu runden.

 

2002

Ein Sanierungsprojekt wirft seine Schatten voraus. Der Zustand der Hütte (allgemein schlechte Bausubstanz, Schäden am Dach, desolate Sanitäranlagen, Küche und mittlerweile unzumutbare Verhältnisse in der Pächterwohnung) machen dem Vorstand große Sorgen. Um das Thema in den Griff zu bekommen wurde ein Arbeitskreis "Generalsanierung Wolfratshauser Hütte" unter Leitung von Günther Zintl eingesetzt. Als technischer Co-Projektleiter mit umfangreicher beruflicher Erfahrung bei derartigen Bauprojekten wird Roland Dautenhahn gewonnen. Der Arbeitskreis erhält den Auftrag, bis zur nächsten HV ein entscheidungsreifes Konzept zur Lösung des Hüttenproblems zu erarbeiten.

Durch Blitzschlag wird das Tragseil der Materialseilbahn beschädigt. Die entstehenden Reparaturkosten können größtenteils über eine spezielle DAV-Versicherung aufgefangen werden.

Der Jugend gelingt es, neue Räumlichkeiten in der Waldramer Schule von der Stadt zugewiesen zu bekommen.

 

2003

Der Arbeitskreis "Generalsanierung Hütte" trägt der JHV ein Konzept zur langfristigen Lösung der Hüttenproblematik vor. Aus technischen aber auch finanziellen Gründen kommt nur eine Generalsanierung im Sinne eines Fast-Neubaues in Betracht. Besondere Bedeutung kommt hier auch der geplanten Verlängerung der vorhandenen Zufahrtstraße bis zur Hütte zu. Mit großer Mehrheit wird der Sanierungsplan beschlossen.

Als zweite Entscheidung von großer Tragweite wird an diesem Abend auch die Beteiligung beim Bau der Kletterhalle in Bad Tölz beschlossen. Um dieser Doppelbelastung etwas entgegenzusetzen, muss der Mitgliedsbeitrag leicht angehoben werden.

In diesem Jahr hat die Sektion aber auch die traurige Pflicht sich von mehreren langjährigen Bergkameraden und Tourenführern zu verabschieden. Der frühere Vorsitzende Albert Fink verstirbt mit 89 Jahren. Die Fachübungsleiter Günther Steinmassl und Günther Sandtner verunglücken tödlich beim Klettern in den Bergen.

 

2004

Das Kletterzentrum "Oberbayern Süd" in Bad Tölz geht vor Beginn der Wintersaison in Betrieb.

Die Durchführung des Sanierungsprojektes gelingt, auch begünstigt durch das gute Wetter, wie geplant. Schon zu Weihnachten, nach wenigen Monaten Bauzeit, kann die Hütte, komplett renoviert, wieder eröffnet werden. Allerdings hat die bayer. Staatsregierung überraschend sämtliche Zuschüsse für Hüttenprojekte in Österreich komplett gestrichen, so dass die finanzielle Belastung der Sektion größer ausfällt und mehr über Kredite finanziert werden muss als geplant. Der schon im letzten Jahr initiierte große Spendenaufruf findet große Resonanz und mildert die finanziellen Probleme deutlich.

 

2005

Das Jahr wird geprägt durch diverse Restarbeiten und der finanziellen Endabrechnung des Hüttenprojektes. Die erhebliche Steigerung der Übernachtungszahlen sommers als auch winters zeigt, dass das gewählte Sanierungskonzept das richtige war. Die große Einweihungsfeier am 16. Juli 2005 fand bei herrlichem Bergwetter mit Beteiligung vieler Ehrengäste, Freunde und Förderer statt. Zum Dank für ihre großartige Leistung werden Günther Zintl und Roland Dautenhahn zu Ehrenmitgliedern ernannt.

 

2006

Großer Ärger besteht in der Sektion über die geplante und im Vergleich zu anderen Sportarten nicht nachzuvollziehende Kürzung der FÜL-Zuschüsse und damit Benachteiligungen gegenüber Sportarten wie Golf, Tennis etc. Viele Veranstaltungen fanden dieses Jahr wieder statt: Skischule, Touren, Ausbildungen, Vorträge bei den Sektionsabenden.

 

2007

Roland Lippeck tritt nach über 20-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit für den Verein als Jugendleiter, Jugendreferent, 2. Vorsitzender und 12 Jahre erster Vorsitzender nicht mehr zur Wiederwahl an. Mit Günther Zintl wird ein neuer erster Vorsitzender gewählt, der im Zuge des Hüttenprojektes seine Qualitäten bereits nachdrücklich bewiesen hat. Als nächste große und wichtige Aufgabe steht die Organisation der 100 Jahrfeier 2009 vor der Tür.

 

2008

 

2009

Grußworte

Chronik Hütte