Brenner12Kopie

Führungstour mit Werner Schote am 22.10.2005

Text: Sabine Connert. Fotos: Werner Schote

Zu Neunt fuhren wir mit dem Sektionsbus nach Gries am Brenner, dann durch Obernberg zum Parkplatz am Ortsende. Zuerst ging es zum Obernberger See, woher wir dann zum Portjoch, auf 2110 m aufstiegen. Hier blies ein sehr kalter Wind und dichter Nebel empfing uns. Deshalb gingen wir auf italienischer Seite den Höhenweg weiter. Den Höhenweg über den 2307 Meter hohen Grubenkopf ersparten wir uns, um nicht vom Wind hinweggefegt zu werden. Danach trennten wir uns, drei nahmen die Kammwanderung über den Geierskragen 2309 m, der Rest wanderte auf dem Höhenweg auf Tiroler Seite. Im Sandjöchl stellte uns Werner frei, den Hohen Lorenzen, 2315 m zu besteigen, um dann wieder auf die Hauptgruppe, die unterhalb um den Berg herum weiterging, zu stoßen. ICH verfehlte jedoch den direkten Abstieg und wanderte munter weiter Richtung Flachjoch und Kreuzjoch mit herrlicher Sicht auf den Olperer. Alle ANDEREN folgten – nur Jens und Peter waren jedoch klüger und stiegen zu den weit sichtbaren, auffälligen Kammweg hinüber und stießen alsbald auf Werners Gruppe, die im Sattele auf uns warteten. Als wir schon längst das Flachjoch passiert hatten, checkten wir endlich unsere Verirrung.
Werner verfolgte uns von weit drüben visuell und dachte "Ja, wo laufen die denn???" Ein Kompass und eine Karte wären in unserem Fall jetzt nützliche Utensilien gewesen, man hätte sie nur einsetzen müssen! Gerhard erkannte, nachdem er die Karte studiert hatte, dass unser eingeschlagener Weg uns zwar ins Tal aber letztendlich meilenweit vom Parkplatz nach Vinanders führte. Es blieb uns also nichts anderes übrig als zum Hochleger der Villfrader Alm weglos ab- und danach wieder etwa 250 Höhenmeter aufzusteigen. Auf der Allerleigrubenspitze, 2131 m, trafen wir dann Werner (der erstaunlich gelassen war ?!) und Jens, die auf uns gewartet hatten und traten dann gemeinsam den Abstieg zum Obernberger See an.
Eigentlich hätten wir unseren "Verhauer" schon früh merken müssen, denn unser Obernberger See war ja der Orientierungspunkt – und der war nicht mehr zu sehen! Und – unser Weg war soooo schön breit und der Blick zum Olperer hat uns ständig fasziniert! Zwei verfrorene Damen waren in der Zwischenzeit, mit Werners Zustimmung, schon mal vorausgegangen waren – und als "Aufpasser", dass es keine weiteren "Verhauer" gibt – mit Peters Begleitung. Vereinbart war, dass wir uns in der Gastwirtschaft am Obernberger See zu treffen. Als wir jedoch nach einem zügigen Abstieg, teilweise weglos in der Diretissima (war wohl die Skitourenabfahrt?!), dort ankamen, waren unsere drei Vorausgegangenen nicht dort, obwohl sie über eine Stunde "Vorsprung" hatten.

IMG24451

IMG0561a1b

Blick über die Oberreinsalm zum Höhenzug Leitnerberg.

Beim Aufstieg zum Portjoch. Schulterblick zum Obernberger See. Am Horizont die Tuxer Alpen.

IMG05911a

IMG0560a

Die letzten Lärchen unterm Portjoch.

Am Portjoch. Über den gegenüberliegenden Kamm mit dem höchsten Punkt (2199 m), verläuft unsere Route. Dahinter der Tuxer Hauptkamm mit Olperer, Fußstein und Schrammacher.

IMG0564a

IMG0570

Am Portjoch, 2110 m. Der Blick schweift bis in die Dolomiten hinüber. Unter uns im Nebel liegt Gossensass. Die Bank lädt zum "stundenlangen" Rasten und Schauen ein.

Vom Portjoch verläuft unterhalb des Kammweges – zugleich Grenzverlauf Österreich-Italien – eine ehemalige Militärstraße. Auf diesem Bild ist fast der gesamte Routenverlauf zu sehen. (Rechts außerhalb des Bildes ist der Grubenkopf und das Sandjöchl. Dahinter der Tuxer Hauptkamm mit Olperer, Fußstein und Schrammacher.

IMG0586

IMG0583

Blick vom Portjoch über das "Sattele" zum Tuxer Hauptkamm mit Olperer, Fußstein und Schrammacher.

Am Sandjöchl, 2165 m. Drüben verläuft der nach NO abzweigende Kamm vom Hohen Lorenzen zum Sattelberg, oberhalb Gries. Die anziehenden Blicke des Olperers führen dann schnell zu "Verirrungen". In der Bildmitte "spitzt" der Hochfeiler hervor.

IMG2450

IMG0589

Am "Sattele", der eigentliche Treffpunkt. Rechts der vom Hohen Lorenzen herabführende Kamm mit dem tiefsten Punkt, das Flachjoch und dem höchsten Punkt ,das Kreuzjoch, 2242 m.

"Nordische Impressionen" auf dem Weg zur Allerleigrubenspitze. Der breite Rücken ist übersät mit kleinen Seen.

IMG2448

IMG0592

Die Tribulaunen. (Pflerscher, Gschnitzer und Obernberger Tribulaun.)

Abstieg von der Allerleigrubenspitze zum Obernberger See.

IMG2454

IMG2456

Der "Orientierungspunkt" Obernberger See war immer da.

Rückkehr der "glorreichen Sechs" zum Gasthof "Obernberger See".

In der Gastwirtschaft wurde es Werner schon wieder etwas mulmig. Sollten die sich eventuell auch verlaufen haben? Als wir nach Cappuccino und einer trockenen Linzertorte und einer dreiviertel Stunde wieder weitergehen wollten, kamen sie uns vor der Wirtschaft entgegen. Sie hatten die Abzweigung (Markierungen!) von der Forststraße verfehlt und einen großen Umweg gemacht. So erreichten wir tatsächlich, die im Programm angegebene Gesamtgehzeit von acht Stunden. Alles in allem war es, trotz aller Verirrungen und Verwirrungen, eine wunderschöne Herbstwanderung, mit herrlich leuchtenden Lärchen, Nebelstimmungen und wunderbarer Sicht sowohl in die Stubaier als auch in die Zillertaler Alpen. Nur diejenige nach Süden war vernebelt. Wir beschlossen die Tour nochmals zur Alpenrosenblüte zu machen, da hier ganze Hänge davon zu finden sind.

Eine Wanderung entlang
des Brenner Grenzkammes

 

oder


"Verirrungen und Verwirrungen"

"GRENZENLOS"